Es ist dunkel, man liegt da, der Körper ist eigentlich erschöpft – doch im Kopf beginnt es erst richtig.
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All das drängt sich nach vorn. Je mehr man versucht, die Gedanken zu verdrängen, desto stärker werden sie. Und irgendwann kommt noch der Druck hinzu, unbedingt einschlafen zu müssen. Das ist genau der Grund, warum es oft noch schwieriger wird, zur Ruhe zu kommen. Das ist der Grund warum viele durch zu viele Gedanken nicht einschlafen können!
Es ist hilfreich, dem Kopf vor dem Schlafen einen festen Platz zum Sortieren zuzuweisen.
Das kann heißen:
zehn Minuten früher ins Bad zu gehen und sich kurz an den Schreibtisch zu setzen
und festzuhalten, was gerade im Kopf herumgeht:
- To-dos
- Sorgen
- offene Fragen
Es ist nicht entscheidend, alles zu lösen – wichtig ist, es aus dem Kopf zu bekommen, um einschlafen zu können.
Ein Signal wie „Ich habe es notiert, ich vergesse es nicht“ für das Gehirn kann oft
dazu führen, dass die innere Alarmbereitschaft nachlässt.
Bringe dein Körper zur Ruhe wenn du nicht einschlafen kannst wegen zu vielen Gedanken. Oft sind zu viele Gedanken mit körperlichem Stress verbunden. Daher ist alles hilfreich, was das Nervensystem beruhigt:
langsame, ruhige Atmung
bewusstes Entspannen der Schultern
einige Minuten progressive Muskelentspannung
oder einfach das Empfinden, schwer in die Matratze zu sinken
Eine leicht anzuwendende Atemtechnik besteht darin, die Ausatmung länger zu gestalten als die Einatmung. Das funktioniert wie ein Schalter zur Entspannung, da der Körper registriert: Es besteht keine Gefahr, ich kann loslassen.
Es ist nicht nötig, Gedanken zu verdrängen, um einschlafen zu können. Es ist oft hilfreicher, sie kurz zu bemerken und dann behutsam abzulenken. Man kann sich beispielsweise innerlich sagen: „Da ist wieder dieser Gedanke“ und dann die Aufmerksamkeit auf etwas Neutrales lenken wie:
den Atem
das Gefühl der Decke
oder ein ruhiges Bild im Kopf.
Einige Menschen visualisieren einen ihnen vertrauten Ort und durchlaufen ihn gedanklich Schritt für Schritt – so, als würde man gemächlich durch einen Raum oder eine Straße schlendern. Das bietet dem Kopf eine nicht aufregende Beschäftigung.
Da sich der Körper während der Schwangerschaft hormonell und physisch stark verändert, sind Einschlafprobleme bei der Schwangerschaft hoch sein. Einschlafschwierigkeiten können durch:
Unruhe
häufigen Harndrang
Sodbrennen
oder Ängste
um das Baby verstärkt werden. Es ist hilfreich, sich klarzumachen, dass solche Schlafprobleme normal und in der Regel vorübergehend sind. So kann zusätzlicher Stress verringert werden.
Wenn Frauen bei der Schwangerschaft nicht einschlafen können müssen sie eine bequeme Schlafpositon finden. Die Seitenlage, insbesondere auf der linken Seite, wird von vielen Schwangeren als entlastend empfunden, da sie die Durchblutung fördert. Bauch- und Rückenschlägerkissen können zur Unterstützung von Bauch und Rücken beitragen, Verspannungen vorbeugen und so das Einschlafen erleichtern.
Abendliche ruhige Rituale unterstützen den Körper bei der Vorbereitung auf den Schlaf. Ein warmes Bad, sanfte Dehnübungen oder ruhige Atemtechniken können entspannend sein. Auch entspannende Beschäftigungen wie Lesen oder das Hören leiser Musik können nützlich sein, um den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen.
Wenn man nicht schlafen kann, ist das manchmal kein „Kopfproblem“, sondern ein Zeichen des Körpers. Weil sie Schmerzen hervorrufen, die Atmung erschweren, den Kreislauf ankurbeln, Juckreiz auslösen oder das Gleichgewicht von Hormonen und Stress durcheinanderbringen können, können Krankheiten das Einschlafen beeinträchtigen. Manchmal bemerkt man nur „ich liege wach“, aber dahinter verbirgt sich ein behandelbarer Grund.
Alles, was schmerzt oder entzündet ist, lässt den Körper in Alarmbereitschaft verharren. Hierzu zählen unter anderem Rückenschmerzen, Arthrose und Arthritis, Migräne oder Spannungskopfschmerzen sowie chronische Schmerzerkrankungen wie Fibromyalgie. Wenn der Schmerz im Liegen zunimmt oder keine bequeme Position gefunden werden kann, wird das Einschlafen zur Herausforderung.
Atemnot ist ein weit verbreiteter Grund, weshalb es nicht gelingt, einzuschlafen. Atemwegserkrankungen wie Asthma, COPD oder chronische Bronchitis können sich im Liegen verschlimmern und den Eindruck erwecken, nicht „richtig Luft“ zu bekommen. Auch eine durch allergische Rhinitis oder chronische Sinusitis bedingte verstopfte Nase kann das Einschlafen erschweren, da die Atmung dabei ständig anstrengend ist und der Körper nicht in den Ruhemodus findet.
Das Unvermögen einzuschlafen hat häufig körperliche Ursachen, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen. Schmerzen, die durch Rückenprobleme, Kopfschmerzen oder Entzündungen verursacht werden, erschweren das Finden einer entspannten Position. Atemprobleme wie Asthma, Allergien oder eine verstopfte Nase können im Liegen intensiver wahrgenommen werden und den Eindruck erwecken, nicht richtig atmen zu können.
Auch Sodbrennen und Reflux sind nachts besonders störend, da der Mageninhalt im Liegen leichter aufsteigen kann. Themen, die Hormone und Stoffwechsel betreffen, wie etwa eine Schilddrüsenüberfunktion, Blutzuckerschwankungen oder häufiges Wasserlassen bei Blasenproblemen und Diabetes, reißen den Körper immer wieder aus der Entspannung. Infolgedessen schlägt die Müdigkeit nicht in Schlaf um.
Ein weit verbreiteter Grund ist innere Unruhe, die durch Stress, Sorgen oder den Druck verursacht wird, am nächsten Tag funktionieren zu müssen. In der Folge arbeitet das Gehirn weiter: Es bewertet, plant, grübelt oder lässt Situationen immer wieder Revue passieren. Zusätzlich können Angststörungen körperliche Symptome hervorrufen, wie Herzklopfen, flache Atmung oder Anspannung, die das Einschlafen verhindern.
Bei Depressionen können oft Grübelschleifen oder ein gestörtes Schlafempfinden auftreten, bei dem man zwar müde ist, jedoch keine Schläfrigkeit empfindet. Selbst nach belastenden Erlebnissen oder bei intensiven emotionalen Stresssituationen kann der Körper abends nicht „abschalten“, da das Nervensystem weiterhin auf Wachsamkeit eingestellt ist.
Manchmal ist die Ursache nicht im Körper oder in der Psyche zu finden, sondern in Faktoren, die den Schlafrhythmus stören. Zu spätes Koffein, Alkohol am Abend oder schweres Essen kurz vor dem Schlafengehen können den Körper aktiv halten oder zu unruhigem Schlaf führen. Helles Licht, insbesondere von Handy und Laptop, kann das Einschlafen hinauszögern, da es dem Gehirn „Tag“ signalisiert.
Schlafdruckabbau durch unregelmäßigen Schlafrhythmus, spätes Aufstehen oder Nachmittagsnickerchen führt dazu, dass man abends im Bett liegt, aber nicht schläfrig ist. Auch eine ungünstige Schlafumgebung, wie beispielsweise Lärm, zu warme Luft, ein unbequemes Bett oder ständige Unterbrechungen, kann dazu führen, dass der Körper Schwierigkeiten hat, in den Einschlafmodus zu finden.
Herzrasen versetzt den Körper in einen Alarmzustand: Der Puls beschleunigt sich, die Atmung wird flacher und das Gehirn bleibt wachsam, da es eine „Gefahr“ wittert. Stress und Angst, übermäßiger Koffein- oder Nikotinkonsum, Alkohol am Abend, unzureichende Flüssigkeitszufuhr, Fieber oder Schmerzen sind häufige Auslöser. Körperliche Ursachen wie eine Überfunktion der Schilddrüse, Anämie, Infektionen oder Herzrhythmusstörungen können ebenfalls dafür verantwortlich sein, insbesondere wenn das Herzrasen unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund auftritt.
Nimm eine kurze Sitzposition ein, atme in Ruhe und gleichförmig und achte dabei absichtlich darauf, dass das Ausatmen länger dauert – dies kann oft zu einer merklichen Verringerung der Herzfrequenz führen. Nimm ein paar Schlucke Wasser zu dir, meide jetzt das Licht deines Handys und das ständige Überprüfen deines Pulses, da dies deine Besorgnis und Herzaktivität verstärkt. Wenn du darauf achtest, dass Koffein, Nikotin, Alkohol oder Energy-Drinks bei dir Herzrasen verursachen, verzichte ab dem Nachmittag auf diese und iss am Abend leicht, um deinen Körper nicht zusätzlich zu belasten.
Wenn Herzrasen häufig auftritt, länger andauert, dich regelmäßig am Einschlafen hindert oder neu bei dir ist, lass es ärztlich überprüfen. Bei Brustschmerz, Luftnot, Ohnmacht, starkem Schwindel oder einem sehr unregelmäßigen Puls ist sofortige Hilfe wichtig. Tritt das Herzrasen zusammen mit Gewichtsverlust, Zittern, starkem Schwitzen oder anhaltender innerer Unruhe auf, kann die Schilddrüse ebenfalls betroffen sein und sollte bald untersucht werden.